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Rauminstallation mit Paletten für die SKI-WM, Oberstdorf

Folgende Parameter sollten bei der Entwicklung beachtet werden:
- Das Material sollte wenn möglich Holz sein, da die Region sich sehr stark mit diesem Baustoff identifiziert.
- Der Pavillon soll unter der Zielsetzung der Nachhaltigkeit entworfen werden, dass heißt ohne große Abfälle wieder abgebaut werden können
- Der Pavillon muss im Wesentlichen von den Studenten auf- und später wieder abgebaut werden können.
- Die Rauminstallation soll einen besonderen „Ort“ schaffen, in dem sich Menschen gerne aufhalten und einen ungewöhnlichen Raumeindruck erleben.
- Der Pavillon soll im Rahmen der Ski-WM in Ergänzung der Villa Jaus ein Treffpunkt für Medien und Sportler nach den Wettkämpfen sein, ein Ort für Gespräche, mit einer besonderen Art der Bewirtung.Aus den selbst gewählten Vorgaben entstand bald der Gedanke die an vielen Orten gestapelte „Europalette“ als Baumaterial zu verwenden und sie den Menschen in neuer Verwendung vor Augen zu führen. Das im Normalfall lediglich als Hilfsmittel für den Transport anderer Güter verwendete Bauteil sollte in einem gestalterisch anspruchsvollen Zusammenhang gänzlich neu erlebt werden, um damit den Menschen aufzuzeigen, welche Qualitäten und Werte in Materialien stecken, die von uns oft etwas abwertend als reine Nutzprodukte betrachtet werden. Die Europalette zeichnet sich durch eine komplexe Geometrie von offenen und geschlossenen Flächenanteilen aus, die sich bei versetzter räumlicher Stapelung zu interessanten netzartigen Strukturen fügen. Diese Komplexität wollten wir nutzen, um daraus ein völlig neuartiges Erscheinungsbild zu generieren.
Zunächst wurde die geometrische Lage der Zuganker anhand eines Schnurgerüstes ermittelt, anschließend wurden die Zuganker in den Untergrund gebohrt. Nach jeweils 10 Schichten wurden die Gurte verspannt, In den höheren Lagen wurden die Paletten mit Hilfe von einem kleinen Autokran an Ort und Stelle gehoben und dann verteilt und befestigt. Die Konstruktion des gesamten Pavillons ist als „vorgespannte“ Raumschale zu verstehen, die mittels Bodenankern in den Untergrund befestigt ist. In regelmäßigen Abständen von ca. 2,5m sind die Paletten im Innern mittels LKW –Zuggurten zusammengespannt. Diese Vorspannung gewährleistet die Stabilisierung der geometrisch unregelmäßigen Form, wie bei der Vorspannung einer Kette .Die Zuggurte sind mittels örtlichen Bodenankern im Untergrund befestigt. Im oberen Bereich der Schale sind aus geometrischen Gründen horizontale Balken als Biegeträger zwischen die Schale als Dachkonstruktion gespannt, auf die dann die „Dachpaletten“ aufgefädelt wurden.

Abmessungen:
Höhe: ca. 6m
Breite: ca. 8m
Länge: ca. 18m

Material:
20 Zuganker
1300 Europaletten
100 Stck. Zuggurte a 6m

Beleuchtung: Innenstrahler mit blendfreien Reflektoren


Initiator: Herr A. Hörmann, Fa. Creaton GmbH
Hochschule Biberach , IKB : Prof. Matthias Loebermann
Dipl. Ing. Berit Richter (wiss. Mitarbeiterin )
Studenten der Hochschule Biberach (Studiengang Architektur)
Baujahr: 2005
Finanzierung: Diverse Sponsoren